Die Geschichte von Mondmilch beginnt im Jahr 1994. Wir nannten uns ATMOSPHERE und waren als Mitgründer der ZOOM auf der Allmend (Zürich) als Vorreiter der Goa Bewegung im Raum Zürich massgebend mitbeteiligt. Im Komitee Allmend vertreten, waren wir politisch aktiv. Mit einer Unterschriftensammlung gegen die Abschaffung der Streetparade und einer Protestaktion vor dem Stadthaus für die Allmend Party. Nach der Zoom 2001 endete unsere gemeinsame Philosophie mit der Zoom-Organisation.
Im selben Jahr, 1994, organisierten wir die Goa-Clubnights im Labyrinth und diverse Open Airs. Die spirituelle Philosophie wurde immer klarer und definierte sich allgemein als Goa.
Geschichte des Goa-Trance: Goa entstand Mitte der 1980er im indischen Bundesstaat Goa, einem Hippie-Mekka aus den 1960ern, massgeblich von ausländischen Rucksacktouristen initiiert. Die daraus entstandene und stark mit der Musik verbundene Kultur propagiert eine lebensbejahende Sichtweise, und ist stark mit den Ideen und Symbolen der 68er-Bewegung verbunden. Andere Einflüsse sind Buddhismus und Yoga, aber auch Hinduismus ist verbreitet, wenn auch nicht offizieller Teil der Philosophie. Goa ist ein Bundesstaat in Indien. Die spirituellen Einflüsse sind nicht zu übersehen: Shiva ist der "Goa-Gott" und viele Menschen, die sich mit Yoga und Meditation beschäftigen fühlen sich zur Goa-Szene hingezogen. Viele, die mit Goa in Berührung kommen, reisen danach nach Indien, leben ein Mal in einem Asrama und beschäftigen sich mit spirituellen Themen. Das findet man in anderen Musikszenen nicht so stark, daher ist es etwas Besonderes.
Goa-Sound: Die Musik setzt sich aus 4/4 Takten zwischen 135 und 145 BPM zusammen. Die Kicks sind deutlich energischer und kompakter als bei anderen Trance-Richtungen. Was den Rest angeht wird viel experimentiert, beliebt sind Acidlines und anderen organisch klingende synthetische Geräusche. Vocals sind eher selten, inzwischen werder jedoch mitunter gerne echte Gesangsparts oder Samples eingebaut.
Eine Unterscheidung innerhalb der Szene eigenen Musik wird getroffen zwischen Psychedelic Trance und Progressive Trance. Der Progressive Trance unterscheidet sich vom Psy Trance vor allem einmal in der Geschwindigkeit. Prog. Trance wird eher in den unteren Bereichen der angegebenen Geschwindigkeitsspanne gespielt. Für den Laien ist Progressive Trance wahrscheinlich am besten als maschineller beschreibbar als der melodiöse Psy Trance.
Im 1995 entwickelten wir uns weiter und eröffneten den ersten GOA-ultra-violett-light Club Zürichs "WONDERLAND" an der Hohlstrasse. Bis 1997 waren wir hauptsächlich als Partyveranstalter und Dekofabrik tätig, zusätzlich verfügten wir über einen Demoraum für visuelle Gestaltung und Tonmanufakturen.
Vom in der Zwischenzeit berühmt-berüchtigten Wonderland Club wechselten wir an die Hardturmstrasse 169. Quasimodo (Jean-Pierre Burkart) eröffnete im April 1997 den MONDMILCH Club und gründete den dazugehörenden Kulturverein.
Der neue Name MONDMILCH sollte ein Synonym für Nachtsucht darstellen. MOND (je voller desto besser) ist zu übersetzen in Nacht; MILCH ist Vitaminnahrung vom Individuum seit Geburt (Muttermilch).
Mondmilch = Kalkgestein (lat. Lac Lunae), das kalzitische Speleothem, wurde 1555 von GESNER erstmals als Arzneimittel eingeführt. Mondmilch ist eine besondere Art einer Calcit-Ablagerung von weisser bis milchigweisser Färbung, tw. strahliger Individuen. Im Gegensatz zu Tropfsteinen ist Mondmilch viskos und porös, kann in seltenen Fällen sogar flüssig sein und kommt an verschiedenen Teilen der Welt vor. Ueber einen sensationellen weissen Mondmilch-Fluss in Höhlen des Berges Ernio bei Aia (nahe San Sebastian, Spanien) wird im Hamburger Abendblatt vom 01.02.2005 berichtet: zitiert: Es ist der erste Fund von Mondmilch in flüssigem Zustand auf der Erde. Der geheimnisvolle Fluss zieht sich 300m weit durch unterirdische Stollen. Er fühlt sich an wie Wasser, glänzt aber in der Dunkelheit der Grotte schneeweiss - sagt der Entdecker. In der Höhle von Aia wurde sie (die Mondmilch) wahrscheinlich durch den Einfluss natürlichen Kohlendioxids vom Quellwasser aufgelöst und es entstand der wundersame weisse Fluss...Bisher wissen nur 10 Personen, wo dieser Fluss zu finden ist.
Mehr als 5 Tonnen Gips, kunstvoll zu Alliens und anderen Fratzen verarbeitet, gaben den Club das einmalige, organische und fiktive Anderswelt-Immage. In 4 Jahren etablierte sich der MONDMILCH Club zum wohl aufwendigsten eingerichteten Goa-Treffpunkt der Nacht.
Seit 2001 verfügen wir nicht mehr über ein eigenes Clublokal. Ueber die Sommermonate wirkten wir bei diversen Open Airs mit. Die Wintermonate (2002 @ Supermarket) und 2003 @ Warehouse durften wir als Gastveranstalter unsere Parties feiern.
Anfang 2004 begann für uns die Zeit der Dachkantine, mit dem Konzept: Immer bei Vollmond, wo Schlaflose, Neugierige und Mondsüchtige sich gegegnen. Verzauberte Erdlinge, Feen, Magier, Hexen, Indianer, Elfen, aber auch einsame Wölfe waren willkommen! Dieser Mix machten die Parties unvergesslich, familiär und erfolgreich. Schade, dass auch diese einmalige Location ihre Pforten schliesst. Wir behalten sie in bester Erinnerung. DANKE DK!!!
Visionen: Der Verein MONDMILCH und VIZ (Verein Innovatives Zürich) setzt sich ein Kulturpark als Ziel. Dieser beinhaltet Existenzmärkte, Multifunktionshalle, Nachcafé, Soundstudios, Ateliers, Werkräume, Internetcafé, Restaurant, Bar, Bachpacker, Hotels, Gallerie, Club, ein pulsierendes subkulturelles Forum, der Existenzen bildet und neue Horizonte schafft. Zeil und Zweck ist: kreative Geister anziehen und potenzieren; eine Plattform für Kunstverständnis im selbstfinanzierten Rahmen bieten; Feste und freie Betätigungsfelder schaffen; Events, Parties kreieren, gestalten und koordinieren; Ruhepool für Seele, Geist und Körper
Das Mondmilch-Team bedankt sich herzlich beim DK-Team:
Jean-Pierre (Quasimodo), Chrigel, Rebecca (die Elfe), La Luna, Ivo, Painter, Tiger, Sandra, Terranostra, Häxli, Jam, Zappa, Maya, Tanja, Gianda, Merry&Tatze, Tina, Eric D., VIZ, Jacqueline, André
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